Die Alte Brauerei Stegen

Auszug aus der SZ vom 17./18.08.1991

 

Bis zum Jahr 1923 bestand Ottmar Schreyeggs Brauerei in Stegen

 

Der Erfolg von Ottmar Schreyegg begann mit einem Prozeß. Der Braumeister der Toerring´schen Brauerei in Seefeld hatte es mit dem Reinheitsgebot nicht so genau genommen. Es gab zahlreiche Klagen über das ungenießbare Bier und das Gericht kam nicht umhin, 900 hl. des offensichtlich gepanschten Gebräus zu beschlagnamen. Schreyegg wurde bestraft, und anschließend vom Grafen Toerring vor die Tür gesetzt.

Ottmar Schreyegg, durch das Gerichtsurteil keineswegs ein gebrochener Mann wollte die Menschheit weiter mit seinem Bier beglücken. Er machte sich kurzerhand selbstständig. In Stegen pachtete er eine Gaststätte, die heute noch Schreyegg heißt und baute dort eine kleine Brauerei. 1881 kam eine Mälzerei hinzu.

 

Mit der Wahl des Standorts bewies O. Schreyegg einen guten Riecher: Bald reichte die Kapazität seines Unternehmens nicht mehr aus, denn an schönen Tagen strömten Tausende von Naherholern aus München in den kleinen Ort am Nordufer des Ammersees. Sie kamen mit den Dampfern, die seit 1879 regelmäßig auf dem See und auf der Amper verkehrten.

 

Ottmar Schreyegg konnte das nur Recht sein, und es war vom früheren Prozeß keine Rede mehr.

 

Bei dem Gebäude mit Sommerkeller handelt es sich um einen "stattlichen Bau, der sowohl hinsichtlich seiner Größe und Schönheit, als wegen seiner herrlichen, den See und das Ampertal beherrschenden Lage allgemeine Bewunderung erregte", wie der Landbote seinerzeit vermeldete.

 

Das Ende der Bierbrauerei von O. Schreyegg kam in der Inflation 1923. Sie wurde geschlossen und an die Münchener Hackerbrauerei verpachtet.

 

Der letzte Sud wurde 1974 gebraut, danach wurde die Brauerei noch kurze Zeit als Depot genutzt.

 

1993 wurde die ehemalige Brauerei von Paul Schneider erworben und seitdem mit viel Liebe neu auf- und ausgebaut.

 

Im Spätsommer 2011 beginnt Rudolf Fottner mit dem Bau einer Kleinbrauerei und Brauhaus im sogenannten 8- Säulenkeller, der in früheren Jahren die Malztenne beherbergte. Es entsteht das Ammerseer Brauhaus in der Alten Brauerei Stegen.

 

Seit Ende 2011 wird hier nun wieder süffiges Echt Ammerseer Bier hergestellt.